Teamsupervision

Unter Teamsupervision wird eine Form der Beratung von beispielsweise Organisationen, Unternehmen oder privaten Einrichtungen verstanden, die eine effektivere Gestaltung der Arbeit sowie eine höhere Arbeitszufriedenheit zum Ziele hat. Sie findet häufig Anwendung als Teil eines komplexen Beratungssystems (Leitungscoaching, Mediation, interne Fortbildungen) vor dem Hintergrund von Veränderungsprozessen in Organisationen oder Unternehmen. Im Rahmen der Supervision können mit der Unterstützung des Supervisors Konflikte aufgedeckt und reflektiert werden sowie dazugehörige Bewältigungsmöglichkeiten und Strategien zur Konfliktlösung im Team erarbeitet werden. Ein Supervisionssetting ist häufig so aufgebaut, dass die Sitzungen frequent über mehrere Wochen Anwendung finden, wobei zwischen den Sitzungen die einzelnen Supervisionsteilnehmer Erkenntnisse im Berufsalltag wahrnehmen und reflektieren können, die in darauffolgenden Sitzungen aufgegriffen und modifiziert werden können.

Grundlegend verstehen wir unter einem Team eine Einheit aus Mitgliedern, die gemeinsame Ziele verfolgt und diese durch eine ergänzende Zusammenarbeit verwirklicht. Supervision findet insbesondere dann Anwendung in einem Team, wenn Konflikte oder Störungen in dieser Zusammenarbeit keine konstruktive Lösung mehr finden. Gerade wiederkehrende Konfliktthemen oder Interaktionsprobleme zwischen verschiedenen Teammitgliedern wirken sich nachhaltig auf die Arbeitszufriedenheit und Effizienz aus, wodurch die eigentliche Aufgabe des Teams in den Hintergrund rückt.

Dabei richtet sich die Teamsupervision auf Störungen, Belastungen, Mängel, Ressourcen sowie die Potential der gesamten Gruppe und des Einzelnen. Zunächst steht dabei die Klärung der wichtigsten Konflikte im Vordergrund, wobei insbesondere die Entwicklung des Konfliktes sowie die möglichen Faktoren, die zur Aufrechterhaltung des Konfliktes beitragen, näher betrachtet werden. Erst mit der Bewusstwerdung der dahinterliegenden Kernprobleme können Konflikte reflektiert und in einem nächsten Schritt modifiziert werden.

Dem Supervisor kommt die Aufgabe zu, ein genaues Verständnis für die Gruppendynamik und Kommunikationsmuster des Teams und seiner einzelnen Mitglieder zu erlangen. Diese wird gemeinsam mit dem Team betrachtet und hinterfragt, sodass darauf aufbauend der Supervisor eine entsprechende Konfliktbearbeitungsstrategie entwickelt.

Letztlich stellt Teamsupervision einen Prozess der Teamentwicklung dar, in dem eine gemeinsame Lösungssuche, der optimale Einsatz von Fähigkeiten und Stärken einzelner Mitglieder sowie die Gestaltung eines guten Arbeitsklimas entscheidend sind.

QUELLEN

  • Pühl, H. (2000). Supervision und Organisationsentwicklung. Opladen: Leske und Budrich.
  • Glasl, F. (2004). Konfliktmanagement: Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater. Haupt: Bern.
  • Obermeyer, K. & Pühl, H. (2015). Teamcoaching und Teamsupervision. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.