Business-Coaching

Business-Coaching ist eine Coaching-Variante, die im organisationalen Kontext anzutreffen ist. Dabei unterscheidet sich die Vorgehensweise, wie in den einzelnen Coaching-Sitzungen gearbeitet wird, methodisch nicht wesentlich vom klassischen Coaching.

Ein wichtiger Unterschied jedoch ist, dass im organisationalen Kontext die dyadische Arbeit zwischen Coach und Klient allein nicht mehr ausreichend ist. Eine Einbettung des Coachings in das Beziehungssystem des Unternehmens ist von großer Wichtigkeit, damit die Ziele des Unternehmens erreicht werden können. Meist formuliert der sogenannte Sponsor die Erwartungen bzw. einen Auftrag an den Coaching-Prozess. Der Sponsor kann beispielsweise ein Mitglied des Aufsichtsrates oder des Vorstands sein. Die Ziele des Unternehmens (z.B. Vorleben einer bestimmten Führungskultur) sind somit immer präsent. Coaching ist dabei ein gezielter und gewollter Beitrag zur Unternehmensentwicklung und soll als Entwicklungsraum für die Mitarbeiter dienen. Durch den Auftraggeber existiert beim Business-Coaching eine Art „Dreiecksbeziehung“ zwischen Sponsor, Klient und Coach. Wichtig ist, dass das Coaching individuell auf den Klienten zugeschnitten bleibt und die konkret behandelten Themen absolut vertraulich behandelt werden, und nicht an Dritte wie beispielsweise den Sponsor weitergegeben werden. Business-Coaching bietet sich für alle Mitarbeiter mit Managementaufgaben bzw. Führungspersonen mit Führungsverantwortung an. Die Zielgruppe sind häufig Teamleiter, Führungspersonen oder Mitarbeiter, die an für das Unternehmen entscheidenden Stellen im Management analysieren, konzipieren oder verhandeln.

Ablauf bzw. Prozess des Business-Coachings

In der Regel läuft Business-Coaching in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten ab. Zunächst findet ein sogenanntes Briefing durch den Sponsoren statt, mit dem Ziel herauszuarbeiten, wie und wozu das Unternehmen die Beratung nutzen möchte. Danach wird evaluiert, ob „die Chemie stimmt“ zwischen Coach und Mitarbeiter. Daran schließt sich ein sogenanntes Biographisches Interview an, in welchem die Ressourcen und Entwicklungshintergründe des Klienten erfasst werden sollen, an denen später gearbeitet werden kann. Daraufhin werden die Ziele des Coachings mit den Erwartungen und Wünschen des Unternehmens in Einklang gebracht, formuliert und festgeschrieben. In den darauffolgenden einzelnen Coaching-Sitzungen wird dann an der langfristigen Entwicklung des Klienten gearbeitet, oft anhand aktuell vorliegender Themen im Unternehmen/am Arbeitsplatz. Dies erfolgt immer zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Gecoachten. Zudem erfolgt nach jeder Sitzung, und wenn bestimmte Meilensteine erreicht werden, Feedback für den Klienten. Nach Abschluss des Coaching-Prozesses werden sowohl Klient als auch der Sponsor nach ihrer Zufriedenheit und dem praktischen Nutzen des Coachings befragt. Wichtiges Ziel ist nämlich auch, dass das Erarbeitete in den Arbeitsalltag integriert und angewendet wird (Transfersicherung).

QUELLEN

  • Nerdinger, F.W., Blicke, G. & Schaper, N. (2014). Arbeits- und Organisationspsychologie (3. Aufl.). Berlin: Springer Verlag
  • Rauen, C. (Hrsg.). (2005). Handbuch Coaching (3. Aufl.). Göttingen: Hogrefe Verlag.